Die Gastro-Szene hat einer der brillantesten, professionellsten und überdies liebenswertesten Journalisten verloren. Gourmet-Kritiker Christoph Wagner, auch Autor von 140 Kochbücher, ist nicht mehr unter uns...
Die österreichische Gastro-Szene hat einen schweren Verlust erlitten: Christoph Wagner, Doyen der Restaurantkritik, erlag in der Nacht zum 18. Juni 2010 seinem schweren Krebsleiden.
Damit verlor auch die österreichische Medienszene eine ihrer wichtigsten Persönlichkeiten: Einen ihrer brillantesten, professionellsten und überdies liebenswertesten Journalisten.
Geboren 1954 in Linz, studierte Christoph Wagner vorerst Germanistik, Anglistik und Kulturelles Management in Wien, bevor er seine Liebe zum Schreiben, zu geschliffenen Formulierungen und zum unterhaltsamen Erzählstil entdeckte.
Er begeisterte zunächst als Autor mehrere Kabarett-Programme und Theaterstücke und fungierte ab 1981 Kulturchef beim Wiener Extrablatt. Einem breiten Leserpublikum wurde er durch seine Restaurant-Kolumne im Kurier bekannt.
Zu einer regelrechten Institution der gehobenen Gastronomie stieg Christoph Wagner ab 1984 als Chefredakteur des GaultMillau auf. Er begründete 1998 das gleichnamige Magazin, gab den jährlich erscheinenden Gastronomieführer ”Wo isst Österreich” heraus und setzte als Gourmet-Kolumnist der Magazine News und Gusto neue Maßstäbe.
Neben seinen zahlreichen Publikationen in Print-Medien schrieb Christoph Wagner über 140 Kochbücher. Sie sind thematischen Schwerpunkten, regionalen Besonderheiten oder verfeinerten Klassikern gewidmet wie ”Die gute Küche”, verfasst gemeinsam mit Ewald Plachutta.
Allen Kochbüchern und auch den kulinarischen Krimis ist eines gemeinsam: Sie sind Ausdruck von profundem Wissen, Freude am Genuss, Liebe zum Kochen und - zum Leben.
Christoph Wagner hinterlässt eine Frau, die ihn bei seiner Arbeit stets fachkundig unterstützt hat, sowie zwei Töchter. Und dazu eine riesige Lesergemeinschaft, der er schmerzlich fehlen wird.