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Karneval und Heringschmaus

Nach dem Faschingsausklang beginnt der erste Fasttag mit dem traditionellen Hering- schmaus. Zu den Heringschmauslokalen » Fischspezialitäten und Hering sollten dabei nicht fehlen...

KarnevalIn allen Kulturen finden sich Karnevaleske Strukturen des Maskierens, Verkleidens und ritualisierte Ausgelassenheit. Eine ganz eigenständige, bemerkenswerte Vitalität entwickelte der Karneval in Lateinamerika. Weltweit wird der Karneval sehr unterschiedlich gefeiert. Am Bekanntesten sind der Karneval in Rio und der Karneval in Venedig. Auch in den Südstaaten der USA, vor allem in New Orleans, gibt es eine ausgeprägte Karnevalstradition. Man verwendet hier die französische Bezeichnung Mardi Gras (Fetter Dienstag, Fastnachtsdienstag).

MASKEN

KarnevalDer Begriff Maske leite sich von arabisch Wort maskharat ab und bedeutet soviel wie Narr, Posse, Hänselei, Scherz, es bezeichnet eine Gesichtsbedeckung. Masken werden seit Urzeiten in Theater und Kunst, aber auch zu religiösen und rituellen Zwecken eingesetzt.

Neben den klassischen Masken, den Masken der commedia dell´arte (italienisch etwa: Berufsschauspielkunst) und historischen Kostümen finden sich in Venedig immer mehr Fantasiemasken (auch "Tüllmonster" genannt) von zum Teil hoher künstlerischer Qualität. Die Masken erfüllen meist den Zweck sich zu zeigen bzw. gesehen zu werden und ziehen daher auch zahlreiche Schaulustige und Fotografen aus aller Herren Länder an. Dementsprechend ruhig und elegant erfolgt der karneval deshalb in der Lagunenstadt und ist mit dem ausgelassenen Treiben anderorts und hierzulande nicht zu vergleichen.

Karneval Der Karneval in Rio de Janeiro beginnt offiziell am Freitag vor Aschermittwoch. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Paraden der Welt. Die meisten der prächtig kostümierten Könige, Königinnen, Prinzessinnen und Baianas haben das ganze Jahr über hart gearbeitet, um sich die Kostüme leisten zu können, die sie hier für nur wenige Stunden tragen. Organisiert wird der Karneval von so genannten Samba-Schulen - den "Escolas de Samba". Jede "Escola de Samba" wählt jährlich ein bestimmtes Thema, entsprechend werden dann die Festwagen dekoriert, und die Kostüme darauf abgestimmt. Danach werden Einzelheiten, wie Rhythmus, Choreographie, Präsentation, Zusammenspiel der Gruppe etc. abgestimmt, diese Elemente werden dann auch von Preisrichtern beurteilt.

FASCHINGSAUSKLANG

KarnevalIn Deutschland, der Schweiz und Österreich wird ausgelassener gefeiert und erhalten die Narren Einzug in die Straßen. Im Fasching gelten eigene Gesetze. Normen und Strukturen werden oft auf den Kopf gestellt und so mancher Faschingsstreich getrieben.

Eine verrückte Zeit ist der Karneval. Damit das Gesinde, Knechte und Mägde, den sündhaften Unterhaltungen eher widerstehen konnten, ließen früher so mancher Bauer seinem Gesinde zur Faschingszeit bessere und reichlichere Kost auf den Tisch kommen:

KarnevalDie ursprüngliche Bedeutung des Wortes Fasching liegt in einer überaus positiven Lebensbejahrung, welche mit dem frühhochdeutschen Wort „falsen“ gleichbedeutend ist und mit Gedeihen und Fruchtbarkeit verbunden wird. Fasching taucht im 13.Jahrhundert zuerst als „vas(t)schanc“ auf und bedeutet soviel wie Ausschenken des Fastentrunkes.

Viele Fruchtbarkeitsriten, etwa das Schlagen oder Streichen mit Ruten, der Narrenpritsche oder der Schweinsblase, fanden in vielen Faschingsbräuchen ihren Niederschlag.

KarnevalDie Maskierung hat ihren Ursprung in der Absicht, sich unkenntlich zu machen, damit man vor den finsteren Mächten des Winters geschützt ist. Sie möchte man mit viel Lärm vertreiben und die Fruchtbarkeit fördern.

Nach dem „großen Foschntog“ (Faschingsdienstag) begannen strenge Zeremonien und die Fastenzeit.


WEIBERFASTNACHT

KarnevalWeiberfastnacht ist der Donnerstag vor dem Karnevalswochenende und markiert den Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval. Die Vorfeier des Karnevals begann früher damit dass sich Frauen und Mädchen untereinander die Hauben abrissen. An diesen Tag ruht noch mancherorts ab 11.11 Uhr die Arbeit und kostümiert wird in Lokalen und auf der Straße gefeiert. Es ist an diesem Tag Brauch, dass Frauen den Männern die Krawatte als Symbol der männlichen Macht abschneiden, so dass die Männer nur noch mit einem Krawattenstumpf herumlaufen, wofür sie mit einem Küsschen entschädigt werden. In Wien findet an diesem Tag traditionell der Opernball statt.

ROSENMONTAG UND FASCHINGSDIENSTAG

KarnevalDer Rosenmontag und Faschingsdienstag gelten als Höhepunkt der Karnevalszeit und wird oft mit dem Rosenmontagszug begonnen. Der Begriff Rosenmontag entstand in Köln. Im Jahre 1823 hat man das „Festordnende Komitee“ gegründet, um dafür zu sorgen, dass der Karneval in geordneten Bahnen abläuft. Dieses Komitee hielt jeweils am Montag nach dem dritten Sonntag vor Ostern seine Sitzung ab. Dieser Sonntag hieß seit dem 11.Jahrhundert auch Rosensonntag, weil an diesem Tag der Papst eine goldene Rose weihte, die er einer wichtigen Persönlichkeit überreichte. Das Komitee, das den Karnevalsumzug organisierte, hat sich dem nach seinem Versammlungstermin genannt:„ Rosenmontagsgesellschaft“. Der Tag, an dem die Umzüge stattfinden, heißt seitdem „Rosenmontag“.

FASCHINGSUMZÜGE

KarnevalDer Faschingsausklang ruft trotz oft klirrender Kälte eine Armada von Verrückten und bis zur Unkenntlichkeit maskierte Feiernde herbei. Umzüge werden veranstaltet und oft unter ein Motto gestellt, manchmal ein politisches, aber es werden auch ganz alltägliche Dinge „durch den Kakao gezogen“. Bunte Wagen werden gebaut auf und neben denen den die Feiernde durch die Straßen ziehen, meistens gibt es ein „Prinzenpaar“, das mit seinem Wagen den Abschluss des Zuges bildet. Musikgruppen spielen Karnevalsmusik, die Menschen am Straßenrand „schunkeln“. Beim Karnevalszug werden ganz, ganz viele Süßigkeiten, Blumensträußchen und andere schöne Dinge für Kinder geworfen.

KarnevalAnderswo ziehen Menschen mit Masken, die oft schaurig aussehen, durch die Straßen und veranstalten einen höllischen Lärm. Man nennt diese Umzüge „Narrensprünge“. Die Narrischen (Vereine, Gruppen und Sonderlinge) feiern sich durch die Straßenzüge ihrer Ortschaften, reden wirres Zeug und strömen ungebremst dem Faschingsende zu. So, als würde es am nächsten Tag überhaupt nie und nimmer einen Aschermittwoch geben.

Karneval Ausgelassenheit, Spaß und Feierstimmung ist angesagt und wird der Ernsthaftigkeit entgegengesetzt. An deren Stelle tritt der Unfug und Scherz. Die Schaulustigen und so mancher Zaungast wird von dem gefeierten Irrsinn verschluckte. In den Wagen und Wägelchen wird kräftig Hochprozentiges aus- und eingeschenkt. Und am nächsten morgen spielt nicht selten die Erinnerung Verstecken. Nicht jeder/jede alles wissen was in den Tagen vorher passiert ist.

ASCHERMITTWOCH UND DER HERINGSCHMAUS

KarnevalMit dem Aschermittwoch beginnt nach christlicher Tradition die Fastenzeit. In den Kirchen wird den Gläubigen das Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet. Mit diesem Ritual soll der Mensch an seine Vergänglichkeit erinnert und zur Umkehr aufgerufen werden. Der Priester spricht bei der Zeichnung mit dem Aschenkreuz die Worte: "Gedenke Mensch, dass du aus Staub bist, und zum Staub wirst du zurückkehren", oder: "Kehrt um und glaubt dem Evangelium". In der katholischen Kirche ist der Aschermittwoch ein strenger Fast- und Abstinenztag.

KarnevalDer Aschermittwoch ist auch das Ende der Karneval, Fastnacht und Faschingszeit (lateinisch: carne vale, übersetzt etwa Fleisch, lebe wohl). In der Bibel wird der "fleischlich" gesinnte dem geistlich gesinnten Menschen entgegengestellt. Der auch symbolisch durch Fasten vollzogene Abschied vom Fleisch in der Fastenzeit soll helfen, sich auf das geistliche Leben - auf Gott - zu besinnen. Am Aschermittwoch findet als Auftakt der Fastenzeit oft ein Fischessen statt.

KarnevalTraditionell an diesem ersten Fastentag ist also der Heringschmaus. Somit beginnt der erste Fastentag nicht mit „Hunger“, sondern im Gegenteil mit einem ausgiebig gedeckten Tisch. Die Gastronomie bietet ein opulentes Festessen mit unterschiedlichen Fischspezialitäten an, unter denen der Hering nicht fehlen sollte. Am Aschermittwoch, wird nach dem bunten Treiben der vorherigen Wochen jeder Tanz und jede Unterhaltung eingestellt.

BRAUCHTUM

KarnevalVor allem das Küchengeschirr wurde sorgfältig gereinigt, damit ja kein Tropfen Fett hängen blieb und die beginnende Fastenzeit entweihe. Die Burschen hatten die Aufgabe, den Fasching zu begraben. Auf einer leeren Bahre trugen sie leere Fässer und ihre leeren Brieftaschen an der Kirche vorüber zu einer Wiese, wo sie den Fasching mit einer heiterderben Leichenrede verabschiedeten.

KarnevalFasttage gab es nicht nur in den 40 Tagen vor Ostern, sondern auch der Freitag und vereinzelt auch der Mittwoch wurden streng als solche gehalten. In vielen Häusern gab es an diesen Tagen kein Fleisch, man befürchtete zu sehr, dies würde zu großem Unglück führen. Vor allem hatten die Bauern Angst, dass mit den Tieren im Stall etwas „passieren“ könnte. „Kein Glück im Stall“ war für die Bauern unausdenkbar. So ist auch der weit verbreitete Spruch „Kuah verrecken, tuat den Bauern schrecken. Bäuerin sterben ist kein Verderben“ zu verstehen.

Strenge Fastenzeit (40 Tage vor Ostern)

KarnevalMit dem Beginn der Fastenzeit wird nicht nur der Tanz, sondern vor allem auch das Fleischessen eingestellt. Die folgenden 40 Tage bis Ostern stehen hierbei im Zeichen der Reinigung und der Entbehrung, was zuvor schon in anderen Kulturkreisen als sinnvoll erkannt wurde. Der Name des Monats Februar leitet sich von den lateinischen Ausdruck „februa“ ab, was so viel heißt wie Reinigungs- und Sühnenopfer und erinnert uns an christliche Formen des Fastens.

Nehmen auch Sie teil am ausgelassenen Treiben zum Faschingsausklang und reservieren Sie rechtzeitig einen Tisch in einem Lokal Ihrer Wahl » für den Aschermittwoch und zum Heringschmaus.

 
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Letzte Änderung: 30.08.2010 ©Copyright|impressum | Lokalführer als startseite 1997 - 2010 www.lokalfuehrer.at