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Sommer, Sonne und BIER!

Erfrischend - und natürlich nicht nur im Sommer und beim Fußball gerne getrunken: Bier, das kühle Blonde, ist seit eh und je weltweites Lieblingsgetränk. Lesen Sie auch mehr über Biertrinkertypen

Das kühle Blonde: Nicht immer, aber immer öfter!

Die verschiedenen Biertrinkertypen: lesen Sie mehr hier >>  


Die Kunst des Brauens

BierEs beginnt in der Mälzerei, wo die Braugerste geputzt und gewaschen wird und bei 40 bis 45 % Wassergehalt die Körner im Keimkasten zu keimen beginnen. Nach 6 Tagen wird die gekeimte Gerste bei über 70 Grad getrocknet und das geputzte Darrmalz in die Brauerei gebracht. Je heißer gedarrt wird, desto dunkler das so entstehende Malz und damit auch das Bier.

Bier Nun beginnt das Brauen. Das Braumalz wird mit einer Schrotmühle zerkleinert und eingemaischt. Die beim Mälzen in den Körnern gebildeten Enzyme werden aktiv und verflüssigen die Gersteninhaltsstoffe in Stärke zu Malzzucker und die Eiweißstoffe und Vitamine. Danach wird im Läuterbottich die Schalen der Körner abgeseiht und ausgesüßt. Der so entstehende Rückstand dient den Bauern übrigens als wertvolles Viehfutter. Die gewonnene Malzzuckerlösung heißt Würze und wird je nach Biersorte mit mehr oder weniger Hopfen etwa eine Stunde lang gekocht. Je nach eingesetzter Malzmenge hat das Gebräu verschieden hohe Stammwürze, also Gehalt an gelösten Stoffen in Gramm pro 100 Gramm unvergorenen Bieres.

Bier

Nun wird die abgekühlte Würze mit Bierhefe versetzt, wodurch die Gärung einsetzt und Malzzucker sich ungefähr zu je ein Drittel in Alkohol und Kohlensäure verwandelt. Das letzte Drittel bleibt unvergoren. Die meisten Biere in Österreich werden mit untergäriger Hefe bei ca. 5 – 12 Grad vergoren, das dauert etwa eine Woche. Dann wird Hefe vom Jungbier getrennt, somit kann das Bier sich weiter klären und im Geschmack verfeinern. Je nach Biersorte dauert die Lagerung bei Temperaturen um den Gefrierpunkt 1 – 4 Monate. Danach wird das frische Bier filtriert und in Fässer oder Flaschen gefüllt.

Die Seele

BierDer Anteil von Hopfen beträgt ungefähr 200 bis 500 Gramm pro Hektoliter. Er gilt aufgrund seines intensiven Geschmackes als die Seele des Bieres". Je nachdem welches Bier es werden soll, werden die jeweilige Menge und die Art des Hopfens beigefügt.

Hopfen ist schon seit dem Mittelalter wichtiger Bestandteil des Bieres, später erkannten auch die Mönche seine Vorteile, wie Verbesserung und Verfeinerung des Geschmackes, die längere Haltbarmachung, Festigung des Schaums und antiseptische Wirkung, welche die Bildung von Milchsäurebakterien verhindert.

Anbau – Eine Herausforderung

BierHopfen ist eine Kletterpflanze aus der Gruppe der Nesselgewächse und verwandt mit dem Hanf. Er ist zweihäusig, das heißt seine männlichen und weiblichen Blüten wachsen auf zwei unterschiedlichen Pflanzen, wobei die Brauer nur die weiblichen Blüten verwenden, da sie allein Dolden bilden, unter deren Deckblättern das "Gold der Brauer", das Lupulin-Harz versteckt ist. Es ist ein gelbes Pulver und gibt dem Bier das Bittere und sein Aroma.

Bier2 bis 6 Hopfentriebe pro Pflanze ranken sich entlang der Aufleitdrähte und Hopfenstangen. Bis zu 8 Metern, sei wohl angemerkt! Was Klima und Boden betrifft, ist der Hopfen sehr anspruchsvoll. Am bekanntesten sind die Gebiete bayrisches Hallertau und das tschechische Saaz. Natürlich können wir aber in Österreich auch dem Hopfen ideale Voraussetzungen bieten und somit hat er im Wald- und Mühlviertel, wie auch in der Steiermark rund um Leutschach seinen Platz gefunden. Man benötigt viel Erfahrung und es steckt eine Menge Arbeit hinter dem Hopfenanbau. Es gibt nicht umsonst den Spruch "Der Hopfen will jeden Tag seinen Herren sehen". Der Wurzelstock sieht wie Kren aus, ist bis zu 40 cm lang und 15 cm dick. Seine Wurzeln gehen bis 2 Meter ins Erdreich hinunter.

BierBeginn der Anbauzeit ist im März. Mitte Juni sind die Triebe auf halber Höhe, Anfang Juli ganz oben und dann beginnt die Pflanze zu blühen. Geerntet wird Ende August – September. Bis dahin haben sich schöne Dolden gebildet. Man erntet die ganze Rebe und die Dolden werden in einer Pflückmaschine abgezupft. Danach werden die feuchten und weichen Dolden vorsichtig getrocknet, zur Verarbeitung gepresst und gekühlt. Das ist sehr wichtig, da Hopfen sehr empfindlich ist. Wird er zu warm oder nicht luftdicht gelagert bzw. abgepackt, gehen die flüchtigen feinen Aromen verloren und somit sinkt sein Wert.

Geschichtsträchtiges

BierNach den Mönchen nahmen sich Adelige und das Bürgertum des Bieres an. Um 1800 wurden alte Hausbraurechte und kleine, oft mit Wirtshäusern verbundene, gewerbliche Brauereien zusammengelegt. In Mitteleuropa entstand so eine bedeutende Brauindustrie nach englischem Vorbild. Wesentlich für den Umschwung war auch der Übergang von damals obergärigem Bier zu Untergärigem. Damals war es nur möglich untergäriges Bier in der kalten Jahreszeit zu brauen, da sich die essentiellen Hefezellen nur bei niedrigen Temperaturen vermehren. Darum war obergäriges Bier anfangs üblicher. Man konnte es auch im Sommer brauen, da die entsprechende Hefe bei höherer Temperatur anspricht.

BierRevolutionsjahr in der Biergeschichte war 1841. Der Schwechater Bierpionier Anton Dreher schaffte es mit Hilfe von Natureis für beständig niedrige Temperaturen zu sorgen und so untergärige Hefe zur Gärung zu bringen. Das Eis wurde mühselig von den gefrorenen Teichen in die Lagerkeller geschleppt und dort gelagert. Das Bier war nicht nur rein und ohne Schwebstoffe, sondern somit auch lagerfähig, woraus der Name Lagerbier entstand. Der Name Märzenbier stammt ebenfalls aus dieser Zeit, da das damals zum Kühlen verwendete Natureis im März schmolz und alles andere, was danach kam, qualitativ nicht mehr zu vergleichen war mit dem Bier, welches bis Ende März unter Natureiskühlung gereift und gelagert wurde.

BierLinde erfand dann die Reinzüchtung von Hefe und erfand die erste brauchbare Kühlmaschine. Somit war es erstmal möglich größere Mengen von Bier bei gleich bleibend hoher Qualität herzustellen. Seither gibt es das Märzenbier das ganze Jahr über.

Ein Jahr nach dieser tollen Erfindung wurde im österreichischen Pilsen (Böhmen) das erste "Lagerbier Pilsner Art" eingebraut. Seitdem gilt Österreich als Wiege des untergärigen Lagerbieres und somit auch der Brauindustrie selbst. Nach der Weltausstellung 1867 war Österreich das Bier-Export-Land Nr. 1.

Unaussterblicher Genuss

BierHeute sind Deutschland und Niederlande die weltweit größten Bierexporteure. Der Bierkonsum in Mitteleuropa wird zwar allgemein weniger aber im Endeffekt wird weltweit laufend mehr Bier getrunken. Das liegt vor allem daran, dass auch Chinesen und Russen auf den Geschmack gekommen sind und ihren Durst gerne mit einem erfrischenden Bier stillen. Dennoch. Die weitaus besten Biertrinker sind die Tschechen. Pro Kopf verbrauchen sie jährlich rund 157 Liter! Die Iren liegen knapp dran mit 152 Litern, gefolgt von den Deutschen mit ungefähr 125 Litern und den Luxemburgern und uns Österreicherin mit 107 Litern.

BierDie größten Biernationen sind die USA, China, Deutschland, Brasilien und Japan, wer hätte das gedacht! Und es ist am Zunehmen!

Aber den Österreichern ist es nach wie vor das beliebteste Getränk. Die Gastronomie und der Lebensmittelhandel machen damit den stärksten Umsatz. Acht von zehn Haushalten kaufen Bier. Vorreiter sind natürlich die Männer im Konsumieren. 72 % der Männer genießen mehrmals im Monat ihr Bier. Sie sorgen somit allein für 90 % des Bierkonsums. Die Frauen machen somit die letzten 10 % aus. Dennoch kein schlechter Schnitt.

Welches Bier nehm ich bloß?

BierBierarten und –typen gibt es viele. In vielen Lokalen hat man bereits eine große Auswahl in der Karte, wo die Wahl manchmal nicht leicht fällt. Dennoch gibt es für jeden Geschmack das Richtige. Die verschiedenen Biere werden aber nicht nur nach Geschmack, sondern auch nach Anteil der enthaltenen Stammwürze, Alkoholgehalt, Herstellungsart, Helligkeit und vieles mehr unterschieden. Um sie nur kurz aufzuzählen, wären da:

  • Das Vollbier ( jedes Bier mit mind. Stammwürze 11)
  • Schankbier (9-11)
  • Bockbier (sehr lange gereiftes Starkbier, mind. 16, Doppelbock sogar mehr als 18)
  • Leichtbier (sehr hell, max. 3,7 % Alkohol, am besten stark gekühlt)
  • Alkoholfreies Bier (nicht mehr als 0,5 % Alkohol, am besten stark gekühlt)
  • Lager- oder Märzenbier (landestypisches, hellgelbes untergäriges Vollbier, mind. 11)
  • Pilsbier (intensives Hopfenaroma, mind. 11)
  • Spezialbier (kräftiges, ausgewogen würziges, fein gehopftes meist hellgelbes Bier, 11)
  • Weizenbier (gängigstes obergäriges Bier, 11-13 Stammwürze, 4,5 - 5,5 % Alkohol)
  • Zwickl/Kellerbier (sehr vollmundig, unfiltriert, daher trüb)
  • Dunkles Bier (vollmundig, schwach gehopft)
  • Eisbier (helles, untergäriges Bier, geschmacklich sehr mild)
  • Radler (Mischgetränk aus Bier und Limonade meist im Verhältnis 1:1)
  • Und noch viele viele mehr wie z.B. auch Hanfbier….

Und Prost!

BierBier war nie ein Mittel der puren Berauschung, viel eher der Anregung. Ägyptische Könige tranken Bier mit ihren Priestern, sogar Kurtisanen der Renaissance liebten es, genauso wie französische Adelige und Gutsbesitzer. Südamerikanische Indianer haben sogar den Göttern das flüssige Gold geopfert, da sie es für das Kostbarste hielten. Richtige Zeremonien feierten sie.

Heutzutage ist es ja nicht viel anders. Beim Anprosten schon allein fängt es an,….oder eben beim Fußballschauen, wo die ganze Truppe mit einem 6er-Tragerl oder gar einer Kiste Bier ankommt, genauso wie beim Heimwerken, wie ausmalen oder dergleichen! Immer ist das Bier dabei!

Mahlzeit! Das passende Bier zu jedem Essen

BierZu jedem Essen gibt es, wie beim Wein, auch das passende Bier. Bierliebhaber meinen ja, zu jedem Bier gibt es die passende Speise. Man kann es nehmen wie man will. Es ist aber nicht viel anders als beim Wein. Ein Pils oder Märzenbier zu knackigen Sommersalaten oder Fisch aber auch zu Gemüsegerichten harmoniert hervorragend.

Zu Geflügel, Kalb- und Schweinefleisch passt ebenso ein Pils, wie auch ein Spezialbier oder Weizenbier.

Das Bockbier trinkt man am Besten zu Reh oder z.B. Rindslungenbraten. Es ist aber auch herrlich zu manchen Desserts. Vor allem solche, die mit Bierteig gemacht werden.

Kochen kann man mit Bier natürlich auch. Neben dem Bierteig, gibt es auch Biersuppe oder Bierfleisch. Manchmal wird es auch zum Marinieren für Grillfleisch verwendet.

Zum Wohl!

BierObwohl Bier zu den alkoholischen Getränken zählt, ist es dennoch – natürlich auch nur in Maßen genossen – gesund. Einige Langzeitstudien haben ergeben, dass maßvoller Biergenuss die Lebenserwartung erhöhen kann. Bier enthält mehr als 90 % Wasser, 5 % Alkohol und der Rest sind Kohlehydrate, Mineralstoffe und Vitamine. Univ. Prof. Dr. Wolfgang König aus Ulm meint sogar, dass Bier eine tolle Wirkung auf den Cholesterinspiegel hat. Bei regelmäßigem Genuss soll es das gute Cholesterin heben und das schlechte Cholesterin senken. Natürlich nur in begrenzten Mengen genossen! Das heißt für Männer maximal ein Liter pro Tag und für Frauen ein halber Liter pro Tag. Auch beim Grillen hat es positive Wirkung! Es blockiert die schädlichen Stoffe, die beim Grillen entstehen und Krebs fördern können. Es kann vorbeugend gegen Blasen-, Prostata-, Magen- und Lungenkrebs wirken und es schützt sogar vor Osteoporose, nicht nur weil es Phytoöstrogene hat, sondern auch große Mengen an Silizium besitzt. Auf die krebshemmende Wirkung des Bieres kamen die Forscher übrigens schon in den 30er Jahren in Irland. Schon vor 2000 Jahren kam der griechische Philosoph Plutarch bei seinen medizinischen Studien zu ähnlichen Ergebnissen wie heute. Auch wenn Bier appetitanregend ist….250 ml Lagerbier hat mit seinen 103 Kcal sogar weniger als 250 ml Apfelsaft, der 120 Kcal aufweist. In manchen Ländern wird Bier sogar Nierenkranken als Rezept verschrieben, da es sehr natriumarm ist und doppelt so viele Mineralstoffe enthält wie Mineralwasser.

Dennoch, wie gesagt, die Menge macht’s aus! Also dann Prost, Mahlzeit!

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Wie geht es Ihnen nach dem 7ten Bier - lesen Sie hier » eine nicht ganz ernstgemeinte Beschreibung der einzelnen Biertrinker-Typen.

Unsere aktuelle Buchempfehlung:

Davidoff – Legende -  Mythos – WirklichkeiDas Buch zum Bier
von R. Schneider, S. Zeitler

Gebundene Ausgabe,
erschienen im Eichborn Verlag
Seiten: 144 Seiten,
Erscheinungstermin: 1999,
ISBN: 3821834889


Beschreibung:

Die Bibel der Biertrinker ist da! Hier erfahren der Leser alles über das Bier und die Menschen. Die Autoren erzählen informative Geschichten rund ums Bier, stellen Biertrinker und ihre Kultstätten vor, präsentieren die besten Rezepte zum und mit Bier - vom Apfelkrapfen, Muscheln in Biersoße, Bier-Hähnchen bis zur Zehn-Minuten-Terrine. Das sind interessante und neue Rezeptideen darunter die es wert sind nachgekocht zu werden. Dazu serviert man nicht einfach Bier, sondern das passende Pils, Lager, Alt oder eines der leckeren Mixgetränke mit Bier. Wie wäre es mit einer Bierbowle, einem steifen Grog oder einem Party-Punsch. Es gibt viele gute Gründe, Bier zu trinken. Als Heimwerker beispielsweise werden Sie den Sixpäck bevorzugen. Aber Bier hat schon längst gesellschaftsfähig geworden und nicht mehr das Gesöff der Bauarbeiter oder grölender Fußballfans alleine vorbehalten. Das Buch bietet Witziges und Wissenswertes rund ums Bier: nebenbei gesagt haben Sie damit auch das Partygeschenk im handlichen Format.

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Davidoff – Legende -  Mythos – WirklichkeiBier-Katechismus
von CONRAD SEIDL

Gebundene Ausgabe,
erschienen im Zsolnay + Deuticke Verlag
Seiten: 302 Seiten,
Erscheinungstermin: März 2005,
ISBN: 3552060073


Beschreibung:

Man kann dieses Buch natürlich auch von vorne nach hinten lesen – als eine Art Lehrbuch zur Vertiefung des Bierwissens. Denn gerade bei uns im deutschen Sprachraum ist das Bierwissen nur sehr oberflächlich. Man weiß: Es gibt ja genug gutes Bier – und wenn das eine nicht schmeckt, dann gibt es noch ein paar Tausend andere Biere, auf die man ausweichen könnte. Braucht man mehr Bierwissen? Ja, man braucht es. Denn richtige Biertrinker sind immer auch Besserwisser aber es ist nicht unbedingt etwas Negatives. Wenn man es wirklich besser, also: richtig weiß. Als Bierpapst beansprucht Conrad Seidl keinesfalls Allwissenheit – dieser Katechismus gibt bloß den bestmöglichen Wissensstand aus der Sicht des Jahres 2005 wieder. Auf nahzu alles gibt dieses Buch die passende Antwort: Wer hat Bierbrauen erfunden? Welches Bier ist das Stärkste auf der Welt? Warum trinken Engländer ihr Ale unterkühlt? Kommt Pilsner aus Pilsen? Conrad Seidl hat es niedergeschrieben, alles rund um das beliebteste getränk im deutschen Sprachraum. Ein Muss für Stammtischrunden und andere Bierliebhaber. Er schrieb diesen Katechismus um eine möglichst große Zahl von Biertrinkern zu möglichst großem irdischem Glück zu führen. Prosit – es möge nützen!

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Letzte Änderung: 30.08.2010 ©Copyright|impressum | Lokalführer als startseite 1997 - 2010 www.lokalfuehrer.at